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Hier finden Sie Informationen zur Vespa 150 T/4

Als die ersten Vespa Roller über Deutschlands Straßen schnurrten, ging ihnen schon ein großer Ruf voraus. So konnte die Vespa auch in Deutschland bemerkenswerte Erfolge verzeichnen. Anfang September 1949 wurde zwischen Piaggio und den Hoffman Werken ein Lizenzvertrag unterzeichnet. Dieser sicherten den Hofmann Werken in Lintorf die Exklusivrechte zur Fertigung der Vespa in Deutschland zu. Im März 1950 konnten die Hofmann Werke die ersten Vespa Roller aus deutscher Produktion ausliefern. Um 1951 waren die Hofmann Werke zu einem Begriff in der deutschen Zweiratindustrie geworden. Man produzierte pro Jahr 12000 Vespa Roller. Bis zum Zusammenbruch der Hoffmann Werke wurden in Deutschland ca. 41000 Vespa Roller produziert und 38100 zugelassen.


Auch wenn der Zusammenbruch der Hofmann-Werke nicht auf einen mangelnden Erfolg der Vespa zurückzuführen ist, brachte dieser einen schweren Rückschlag für den Vespa Roller in Deutschland mit sich. Die Kunden waren enttäuscht, da das Kundendienstnetz in der Luft hing und Händler absprangen.


Am 18. Januar 1955 wurde die Vespa-Messerschmitt GmbH gegründet, die durch einen Lizenzvertrag mit Piaggio die Herstellung und den Alleinvertrieb des Vespa Rollers in Deutschland übernahm. Am Anfang konnte Messerschmitt aber nur Vespa Roller liefern, die aus italienischen Originalteilen bestanden. Nur wenige Teile stammten von deutschen Zulieferern.


... weiterer Text zur Vespa-Messerschmitt folgt bald ...


Am 30. Dezember 1957 wurde die Bindung mit der Messerschmitt AG endgültig gelöst. und alle Vereinbarungen erloschen. Ungeachtet dieser Vorgänge lief die Produktion in Augsburg reibungslos weiter. Die Eintragung der Vespa GmbH ins Handelsregister erfolgte am 6. Feburar 1958.


Bereits 1958 erreichte Vespa in Deutschland einen Marktanteil von 30 Prozent. Die Fahrzeugfamilie, bestehend aus den von Messerschmitt übernommenen Grundmodellen 150 Touren Export wurde im laufe des Jahres um eine Vespa 125 ergänzt. Nach drei Jahren Pause war 1958 erstmals wieder eine Vespa dieser Hubraumklasse auf dem deutschen Markt. Gegenüber der Ur-Vespa von Hoffmann gab es wichtige Verbesserungen. Erstmals wurde die Karosserie des Rollers in Schalenbauweise hergestellt, wodurch einige Karosserienähte verschwanden. Das Gewicht konnte dadurch von 86 kg auf 81 kg reduziert werden. Das Beinschutzschild war schmaler geworden, die Motorverkleidung und der Ablagekasten schlanker. Die Klappe unter dem Vordersitz war entfallen. Äußerlich unterschied sie sich kaum noch von der Vespa GS. Die Käufer und die Motorpresse reagierten sehr positiv auf die Vespa 125. Dagegen hatte das bewährte und ausgereifte Modell 150 T/3 unter Absatzschwierigkeiten zu leiden und verlor Kunden an die schwächere Vespa 125 und an die Vespa GS.


Im Produktionsjahr 1959 blieb die Vespa 125 unverändert. Eine Frühjahrssensation stellte die neue Vespa 150 T/4 dar. Da sie die Karosserie in Schalenbauweise von der neuen Vespa 125 übernommen hatte unterschieden sich die beiden Modelle äußerlich kaum. Doch die Vespa 150 T/4 wurde gegenüber der Vespa 150 T/3 komplett überarbeitet. Die wesentlichen Änderungen sind:

  • Reduzierte Ölbeimischung bei einem Mischverhältnis Öl zu Treibstoff von 1:50 satt zuvor 1:25.
  • Größere Räder - 10 Zoll statt 8 Zoll.
  • Gewichteinsparung um 16 kg (vollgetankt).
  • Neue Bremsen, die keine verbesserte Bremswirkung aufweisen dafür aber nicht mehr quitschen.
  • Triebsatzschwinge aus einem Guss, statt getrennter Bauteile für Schwinge und Motorblock.
  • Neue Vergaser-Filter-Vorkammer-Einheit unmittelbar auf dem Motor anstelle des Vergasers in der Heckverkleidung.
  • Motorverkleidung rechts mit Drehknebelverschluss.
  • Stoplichtschalter am Fußbremshebel der Hinterradbremse.
  • Neue Anordnung der Armaturen durch Kombinationsschalter für Horn, Kurzschlussknopf, Parklicht, Hauptlicht und Abblendlicht auf der rechten Seite des Lenkers.
  • Kein Zündschlüssel mehr.

Publikum und Fachwelt waren sich einig darüber, dass Vespa mit dem neuen Modell einen großartigen Roller geschaffen hatte. In der Ausgabe 5 von 1995 der Zeitschrift "Roller-Mobil-Kleinwagen" wurde die Vespa 150 T4 ausführlich getestet. Es folgen kurze Ausschnitte aus dem Testbericht, die belegen, wie gut die Vespa 150 T4 bei der Fachpresse angekommen ist:

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Sehr schöner Leerlauf, konkurrenzlos leises Auspuffgeräusch auch bei höheren Drehzahlen, bei 50 km/h in der Stadt braucht man manchmal das Horn, weil die Leute einen nicht hören. Wenn alle Kleinmotoren so leise wären, gäbe es keine Anti-Zweiradkrach-Polemik.

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Die neue Durcharbeitung des Motors hat ihm gut getan; er hängt fein am Gasgriff, zieht sauber aus niedrigsten Drehzahlen hoch, die Beschleunigung hat etwas gewonnen, ein wenig auch die Spitze. Man hat ihn nicht auf Hochleistung getrimmt, sondern in der Vespa-Tradition des sparsamen Gebrauchs-Triebwerks gelassen, aber die gesamte Charakteristik ist doch spürbar feiner geworden. Er hält sich am Berg besser, überdreht noch fröhlicher, und echte 75 km/h sind ganz bestimmt drin ...

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Von Klemmneigung kann trotz des Mischverhältnisses von nur 1:50 (die anderen Zweitaktbauer seien zum Nachmachen aufgefordert!) keine Rede sein ...

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Ihre Handlichkeit und ihre Wendigkeit sind vorbildlich. Ist die GS etwas übermotorisiert, so ist die Touren-Vespa in Fahrwerk, Triebwerk und Gesamtanlage vollkommen harmonisch.

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Gesamteindruck: Fahr-Stuhl mit Pfiff

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Die Produktion stieg 1959 auf 13954 Motorroller an, wobei die neue Vespa 150 T/4 mit 52 Prozent (7321 Stück) den größte Anteil an der Gesamtfertigung einnehmen konnte. Vespa Augsburg hatte in einigen Gebieten Deutschlands den größten Marktanteil übernommen, insbesondere in Süddeutschland.


Derart rasante Produktionssteigerungen konnte das Jahr 1960 nicht mehr bieten und mit 54 Prozent (9600 Stück) entfiel der größte Teil der Gesamtfertigung von 17892 Stück wieder auf die Vespa GS. Der Anteil der Vespa 150 T/4 entsprach nun mit 27 Prozent noch 4889 Stück.


1961 straffte Vespa Augsburg das Produktionsprogramm und beschränkte sich bei der Vespa 150 T/4 auf die "de Luxe"-Ausführung. Die "de Luxe"-Ausführung hatte gegenüber der Normalversion mit Schwingsätteln eine Sitzbank der Firma Denfeld und Chromverzierungen. Die Vespa 150 T/4 musste weitere Anteile der ohnehin stark rückläufigen Gesamtproduktion an das Modell Vespa GS abgeben. Es wurden 1961 nur noch 2177 Stück der Vespa 150 T/4 gefertigt, was einen Anteil von 22 Prozent an der Gesamtproduktion entspricht.


Vespa 150 T4 Normalausführung Vespa 150 T4 de Luxe Ausführung
Quelle: [vespa150BA], S. 2. Quelle: [vespa150BA], S. 3.

1962 war das letzte Produktionsjahr der Vespa 150 T/4 und auch das Ende der Augsburger Produktion war bereits absehbar. Auch die neue Vespa GS/4 mit 160 ccm Hubraum konnte diese Entwicklung nicht aufhalten. Von der Vespa GS/4 wurden 1962 gerade einmal 1955 Stück gefertigt. Bei den anderen Modellen sah es nicht besser aus. Von der Vespa 150 T/4 wurde nur noch 1900 Stück gefertigt, jedoch zum ersten mal wahlweise mit Vier- oder Dreiganggetriebe. Von der betagten Vespa 125 wurden nur noch 717 Stück gefertigt.


Im Oktober 1963 wurde die Produktion der Vespa in Deutschland endgültig eingestellt. Von der Vespa 125 wurden 1963 nur noch 400 Stück und von der Vespa GS/4 nur noch 506 Stück gefertigt.


Vergl. [Kubisch], S. 63 ff.; [RMK041956] S. 18.; [RMK051959] S. 162-165.


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